Die Somtypes Themenlandkarte richtig lesen und verstehen

Wer am lautesten schreit, hat Recht! – Nicht mit uns!

Was wäre, wenn Sie Ihre Texte nicht mehr vollständig lesen müssten, um zu wissen, was darin geschrieben steht? Unsere Themenlandkarte ist ein ideales Tool, den relevanten Content aus Dokumenten oder der Social Media Kommunikation zu visualisieren. Wie eine Themenlandkarte zu interpretieren ist, soll anhand eines praktischen Beispiels kurz erläutert werden.

Am 07. und 08. Juli 2017 fand in Hamburg der G20-Gipfel statt. Lange vor dem Treffen wurde medial viel geredet, diskutiert und gestritten. Und auch nach dem Gipfel riss die Kommunikationsflut nicht ab. Eine Menge an Daten, die „zu Fuß“ nur zeitaufwendig zu sichten wäre.

Somtypes Themenlandkarte: G20 Gipfel in Hamburg

Somtypes Themenlandkarte: G20 Gipfel in Hamburg

In unserem Fall haben wir den deutschsprachigen Twitter-Content zum G20-Gipfel vom 05.  – 09. Juli 2017 durch unsere KI in einer Themenlandkarte visualisieren lassen. Insgesamt wurden ca. 400.000 Tweets semantisch analysiert und zur Anzeige gebracht.

Die Themenlandkarte besteht in ihrer Lesart aus drei Bausteinen:

  1. Die Form
  2. Die Terme
  3. Die Farbgebung

Werden diese „richtig“ gelesen und verstanden, ist es möglich eine Vielzahl an Textseiten innerhalb kürzester Zeit inhaltlich zu erschließen und zu interpretieren.

Die Form der Themenlandkarte

Wenngleich es sich bei der Themenlandkarte augenscheinlich um eine einfache Darstellung mit x- und y-Koordinate handelt, so ist die Form doch ein wenig komplexer. Es handelt sich immer um einen Torus. Diese Form ist am ehesten mit der eines Donuts zu vergleichen. Die rechte und linke Seite, genau wie die obere und untere Seite, sind unmittelbar miteinander verbunden. Darüber hinaus existiert noch eine dritte Dimension, bei der die Farbgebung eine Rolle spielt. Dazu später mehr.

Die Terme der Themenlandkarte

Was genau hat es mit den Termen auf sich? Sie erinnern an eine sogenannte Word Cloud, Tag Cloud oder Topic Cloud, die nur allzu gerne genutzt werden, um Content zu visualisieren. Abgesehen von den Begriffen haben die beiden Darstellungsformen jedoch nichts gemeinsam.

In einem ersten Schritt analysiert unsere KI aus den Daten die relevanten Terme und projiziert diese auf die Karte. Es ist darauf hinzuweisen, dass es bei der „Relevanz“ nicht um die einfache Worthäufigkeit handelt. Tatsächlich findet in der Vorverarbeitung ein sogenanntes Enhancement statt, was dazu führt, dass u.a. auch der semantische Kontext, in dem ein Term einzuordnen ist, ein elementares Kriterium für die „Relevanz“ darstellt. Theoretisch hat so jeder Begriff eine Chance auf die Karte zu kommen. – auch wenn er nicht zu den häufigsten Termen zählt. Dieses Vorgehen ist u.a. bei der Auswertung von Tweets vom Vorteil, da eine hohe Zahl von RT nicht gleichzeitig zu einer hohen Relevanz führt.

Die Anzahl der Terme ist variabel. Je mehr Begriffe abgebildet werden, desto detaillierter wird die Karte. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass 400 Terme für die menschliche Wahrnehmung ideal sind.

Des Weiteren werden überwiegend Substantive abgebildet. Fügt man denen beispielsweise noch Adjektive hinzu, bekommt die Themenlandkarte den Charakter einer Sentimentanalyse.

Im zweiten Schritt werden die auf der Karte befindlichen Begriffe durch unsere KI in einen semantischen Bezug gesetzt. Der Bezug wird durch die Anordnung der Terme repräsentiert. Das bedeutet, dass jene Terme, die eng beieinander stehen gleichzeitig auch einen engen semantischen Bezug innerhalb der Daten aufweisen. Durch diese Anordnung wird der Analyst in die Lage versetzt, schnell und intuitiv inhaltliche Konzepte und Thesen zu generieren. Dieser Vorgang ist über alle Terme hinweg möglich, sodass nur auf Grundlage der Themenlandkarte eine erste Contentanalyse möglich ist.

Beispiel:

Realtime Themenlandkarte: G20 - Samstag, 09:00 Uhr

Realtime Themenlandkarte: G20 – Samstag, 09:00 Uhr (Budni – Rewe – Geplündert – Store – Iphone – Apple – Selfies – Babyläden – Arschgeigen)

Kein Nutzer wird in einem Tweet die Terme „Budni – Rewe – Geplündert – Store – Iphone – Apple – Selfies – Babyläden – Arschgeigen – Handy“ gleichzeitig verwenden. Dennoch stehen sie räumlich eng zusammen und haben daher auch einen hohen semantischen Bezug. Man muss kein Experte sein, um intuitiv auf die These zu kommen, dass es sich an dieser Stelle um das Konzept „Plünderungen diverser Geschäfte während des G20-Gipfels“ handelt und die gemeine Twitter-Community die Täter höchstwahrscheinlich als „Arschgeigen“ tituliert. Dieses Beispiel mag nun im Kontext des Themas offensichtlich sein. Immerhin wurde darüber ausgiebig berichtet. Spannend wird es jedoch, wenn man Dokumente oder Themen auswerten will, die mit weniger Aufmerksamkeit verfolgt werden. Jede Begriffskombination ist selbstverständlich in den Originaldaten zu überprüfen.

Die Farbgebung der Themenlandkarte

Realtime Themenlandkarte: G20 – Sonntag, 11:00 Uhr (Budni – Rewe – Geplündert – Store – Iphone – Apple – Selfies – Babyläden – Arschgeigen)

Die charakteristische Farbgebung lässt die Themenlandkarte als Heatmap erscheinen. Sie bildet die dritte Dimension ab und visualisiert ein Höhenprofil auf der Karte. Die Farben reichen von knallrot bis tief blau und unterstützen die Analyse zusätzlich. Terme im roten Bereich werden beispielsweise stärker thematisiert als Begriffe im blauen Umfeld. Trends und Tendenzen sind so leichter zu bestimmen. Eine weitere Möglichkeit wäre es, die Farbgebung für einen Quellenvergleich zu nutzen. Beispielsweise die Kommunikation zweier konkurrierender Marken oder der Content zwischen Social Media und Online-Medien zum selben Sachverhalt könnten so schnell und objektiv analysiert und dargestellt werden.

Wir hoffen, mit dieser Erklärung ein wenig Licht ins Dunkel bringen zu können und wünschen Ihnen viel Spaß beim „Lesen“ der diversen Themenlandkarten, die Sie auf unserer Seite finden. Die Einsatzmöglichkeiten unserer KI sollten an dieser Stelle nur angerissen werden und sind bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Wenn Sie Fragen haben oder glauben, unsere Tools könnten Ihre Arbeit entscheidend voranbringen, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf und wir besprechen Ihre Use Cases ganz individuell.

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