Kostenlose AFD-Werbung in den Medien? #btw17

Am Dienstag mokierte sich Johanna Dürrholz in der SZ über vier Politiker, die bei #hartaberfair einen klaren Schuldigen für den AFD-Erfolg bei der Bundestagswahl 2017 gefunden hatten: „Die Medien“.

Ex-ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender, der als Gast in der Sendung sitzt, sieht deshalb die Gefahr einer „Instrumentalisierung der Medien“, mit der man vom eigenen Unvermögen ablenken möchte. (26. September 2017, SZ: Plasberg zur Wahl – „Politik ist keine Casting-Show“)

Georg Diez hatte am Sonntag vor der Wahl im Spiegel jedoch einen ähnlichen „Sündenbock“ ausgemacht: „Wie der Rechtsruck herbeigetalkt wurde“

Die Rechte setzte die Themen, so wie sie es auch im deutschen Fernsehwahlkampf tat, sie trieb die anderen politischen Kräfte und auch die Medien vor sich her, sie demonstrierte, dass die Regeln des demokratischen Diskurses gebrochen sind, wenn antidemokratische Kräfte ins Spiel kommen. (24.09.2017, Der Spiegel: AfD im Bundestag – Wie der Rechtsruck herbeigetalkt wurde)

Aber was zeigen denn die Daten? Haben „die Medien“ der AFD den Steigbügel gehalten? Zumindest für die Onlinemedien fällt das Urteil ziemlich deutlich aus, wie unsere Infografik zeigt:

Somtypes Infografik – Kostenlose Wahlwerbung in den Online Medien für die AFD

 

 

Fazit

Eine monokausale Zuschreibungen wäre natürlich unseriös. Allerdings fällt auf, dass vor allem so etablierte Medien wie Der Spiegel und die Frankfurter Allgemeine der AFD auffallend viel Raum geboten haben.

Insgesamt fällt ebenso auf, dass alle Online-Nachrichten-Medien mehr über die AFD berichtet haben, als über die anderen „kleinen“ Parteien (FDP, Die Linke und die Grünen).

Auch wenn die Politik der AFD sicherlich kritisch hinterfragt wurde, so kann man bei einer Protestpartei wie die AFD eine ist, vom alten Werbeprinzip „Bad News are Good News“ ausgehen und insofern haben „Die (online) Medien“ die AFD mit einer kostenlosen Reichweiten- und Aufmerksamkeitskampagne unterstützt.

 

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